Über den neuen Roman.

Es war im Februar 1996, als ich als Mitglied einer Delegation des Deutschen Bundestages in Abu Dhabi unterwegs war, wenngleich selbst nicht Abgeordneter. Führer der Delegation war damals der Abgeordnete Hans-Joachim Fuchtel, heute Parlamentarischer Staatssekretär im Arbeitsministerium. Wir hatten ein umfangreiches Tagesprogramm absolviert, als uns mitgeteilt wurde, wir würden abends gegen 21 h im Hotel […]

Über den Schmerz der Frauen.

Ein französischer Freund von mir ritzte einmal den Rand einer Auster leicht mit dem Messer, um mir zu zeigen, wie sie sich reflexhaft zurückzog. Daran, so erzählte er, konnte man erkennen, dass sie lebte und somit frisch und genießbar war. Anschließend nötigte er mich, einundzwanzig von ihnen herunterzuwürgen und seither hasse ich sie, doch das […]

Über die Konfliktumleitung.

Massoud war ein junger Omani und ein Sonnenschein von einem Hotelbediensteten. Er mochte um die zwanzig sein, und wenn ich die Poolterrasse des Abu Dhabi Sheraton betrat, dann blitzten die dunklen Augen in seinem von der Wüstensonne schwarz gebrannten Gesicht, und sein breites, herzliches Lächeln ließ zwei strahlend weiße Zahnreihen erkennen. Sobald er mich erblickte, […]

Über ein paar Essays.

„Ich bin wegen Ihrer Essays auf Sie gekommen.“, sagt der Klient, als er sich das erste Mal auf der Couch niederlässt. „Aber Sie schreiben doch hoffentlich nichts über mich, oder?“ „Bestimmt nicht.“, sage ich, und dann glaubt er mir´s auch. Wenn es eines beim Coaching gibt, was nicht mal unter Folter zur Disposition stehen darf, […]

Über das Alleinsein.

„Es ist übrigens nach Lage der Dinge nicht auszuschließen, dass Gisela mich verlässt.“, sagt der Klient. Ein sehr smarter junger Ingenieur namens Dirk, mit Audi-Cabriolet und einer sehr seltsam gemusterten Hose. „Und ich muss sagen, dass mich das sehr überrascht.“ In der Tat: Er ist ursprünglich zu mir gekommen wegen eines Problems mit seinem Firmenpartner, […]

Über eine Zicke.

Mama hat Silvie dreihundert Gramm frischen Aufschnitt mitgebracht. „Du musst doch was essen!“ Die siebenundvierzigjährige Silvie lebt nach gescheiterter Ehe alleine und ist Vegetarierin. Nach Mamas Besuch, – eher ein gegenseitiges Beharken -, wirft sie dreihundert Gramm frischen  Aufschnitt wütend in den Müll. Danach weint sie vor Wut. Mittsiebzigerin Mama, nach wie vor vital und […]

Über den vergessenen Schmerz.

Die Klientin, obwohl gute eins-siebzig groß, wirkt seltsam gedrungen, um nicht zu sagen: gestaucht. Der ganze Körper steht unter Anspannung, ist kontrahiert, die Bewegungen in ständiger Habacht-Stellung. Der Hals ist eng zwischen die Schultern gezogen, der Blick kommt von unten her. Die angespannten Lippen gehen an den Mundwinkeln über in einen deutlichen Abwärts-Knick, wirken kämpferisch-trotzig, […]

Über die Handlungsstörung.

„Junge, hier stinkt´s vielleicht!“, sag ich. „Reiß doch mal´n Fenster auf!“ Seit Evi den Horsti verlassen hat, ist er abgetaucht, drum wollte ich mal nach ihm sehen. „Für ´nen Chemiker lebst du ganz schön im Dreck!“ Als Evi noch bei ihm wohnte, war das hier ein ganz normaler Bungalow. Jetzt ist es, mit Verlaub, ein […]

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